Der Sommer Wolzen 2001 Verfasst von Heiko Kuhn, Veröffentlicht im
Der Wolzen im Sommer, dieses Jahr sogar im richtigen Sommer! Nach der Premiere im letzten Jahr, die aber reichlich naß, dennoch gut besucht war, ging es dieses Jahr für nur fünf Menschen auf den Wolzen. Lediglich vier von ihnen waren Bergkameraden, da der Gomadinger Metzger dem baldigen Soldaten die Bergkameradschaft abgesprochen hat nur weil dieser die geplante Trans-Alp nicht durchführen kann. Es ging also am Freitag abend um 18:30 Uhr in Mehrstetten los. Mit von der Partie Maggu, Fischerman und meine Wenigkeit, außerdem sieben Kisten Bier und die unglaubliche Menge alkoholfreies: eine Kiste Apfelschorle. Aus Platzgründen mußten aber wieder zwei Kisten Bier zurückgebracht werden, ich konnte mich sogar gegen die 2/3 Mehrheit durchsetzen und es wurde noch eine Kiste ACE-Saft eingeladen. Um 19:30 dann die Ankunft der beiden Kollegen aus Gomadingen, dann ging es los! Irgendwann kam man dann zum Lieblingsgrenzübergang sämtlicher Menschen von der Alb in St. Margrethen/Hörbranz. Der freundliche Schweizer Grenzbeamte wollte lediglich wissen wieviel Bier wir dabei haben, worauf der Fahrer Gerd erstmal nachfragte: „Wieviel daffad mr mitnemma?“ und dann eine grobe Schätzung ablieferte, wobei so einiges Bier unterschlagen wurde. Einreisen durften wir trotzdem, vielleicht hat man uns angemerkt, daß wir im Falle des Einreiseverbotes sämtlichen überschüssigen Alkohol in unmittelbarer Grenznähe vernichtet hätten. Die Ankunft im geliebten Huus Riedbach am späteren Abend war kein Problem und der Abend verlief relativ unspektakulär, einzige Ausnahme war Maggu, der im Clubstübli pennte, bei angenehmen 35°. Samstags wurde das Fahrrad strapaziert, wir waren beim Hengst im Berg“restaurant“ und haben uns einen suure Moschd gegönnt und sind dann mit unseren Bikes auf der Schulter durch mehr Schnee gelatscht als es im Winter hatte. Ich hab die Tour abgekürzt und hab gleich die neue Belegschaft der Wolzenalpe begutachtet, die anderen Alpenüberquerer haben noch einen Alternative zum Wolzen gefunden und dort suure Moschd eingenommen. Für den Abend hatte sich dann Hanni („sugar, dah dah dääh da da, honey honey“) Kuratliiii/Quadratli/Korrektli angekündigt und ist mit ihrer neuen Flamme angereist. Kassiert hat sie sofort, weil sie „bis Zieschdig“ weg mußte. An dieser Stelle ein riesen Kompliment an Frau Kuratli, sie hat auf die vertraglich festgelegte Summe von 300 Franken verzichtet und lediglich 13 pro Nacht und Arsch kassiert, echt stark! Dennoch machte sie Fischi mal wieder darauf Aufmerksam, daß er „verhaftbar“ sei. Nachdem Hanni wieder weg war, konnten wir dann in einer alten muchtigen gammligen verrosteten Tonne ein Feuer entflammen und grillen! Diese Tatsache sollte vom Leser unbedingt wahrgenommen werden, da es sich hier um die Abänderung des heiligen Speiseplanes auf dem Wolzen handelt. Um halb 12 (!!!) sind Gerd, Maggu, Fischer und ich dann in die Wolzenalpe aufgebrochen um zu schauen was geht. Vorort fand eine „Atrinkete“ statt, was aber eigentlich nur von uns Vier und einem Kunstturner aus der Schweiz praktiziert wurde (dieser Mensch hatte zumindest ein T-Shirt an auf dem etwas von einem Kunstturn-Wettkampf zu lesen war). Nachdem wir schon anfänglich für Stimmung sorgten (es gibd da die allseits bekannten Lieder) und reichlich Moschd konsumierten, störte der Kunstturner die Atmosphäre durch gezieltes Schreien unartikulierter Laute: „ääääähhh, ääääääähhhhh, wwääääääähh, ooooooohhhhhhhhh, usw.“ Witzig fanden es alle, auch der neue Wirt Stefan mit seiner Frau aus Deutschlands neuem Territorium, der von uns mental auf den Winter vorbereitet wurde. Fischer: „hhhheeeeeeeehhh, ex-Emil, jetzt hogg mol daher!“ Gerd: „wia lang bisch du scho da?“ Stefan: „zwüüü Wochhha.“ Ich: „dann send mir scho länger da!“ Von unserer etwas vernebelten Sicht aus, kann man aber durchaus sagen, daß der Neue eine würdige Nachfolge von Emil ist, Stefan ist cirka 26,7 Jahre alt und in Ordnung. Auch das mit der Gastfreundlichkeit hat er kapiert, die obligatorischen Krümlis gab‘s umsonst! Als der Kunstturner dann mit Zitaten der Toten Hosen („es ist wohl besser jetzt zu gehn....“) verabschiedet war, konnten wir auch den Heimweg antreten. Sonntags ging es dann gemütlich los mit einem ausgedehnten Frühstück (von 9 bis 13 Uhr) und dem unbändigen Willen von Fischer auf den Stockberg zu fahren. Der Risipass wurden dann auch von allen mit Erfolg erklommen, ich bin dann Heimwärts, obwohl es „nur“ noch 200 Höhenmeter bis zum Gipfel waren. Die Spaghetti am Abend waren der krönende Abschluß eines Wochenendes auf dem Wolzen, das eigentlich alle verlängern wollten, sowieso weil die Nacht bis Montag umsonst gewesen wäre (Hanni war ja bis „Zieschdig“ weg), aber leider sind wir dann wieder nach Mehrstetten bzw. Gomadingen zurück. Die Heimfaht mit dem neuen Fahrer Maggu war nix Besonderes, ist halt einfach Scheiße wenn die Schweizer für ihre Autostrada Kohle verlangen und die vielen Käffer entlang der Bundesstraße regen einen nur auf. Der Milchshake den Reiner im McKotz holen wollte fiel einem Verfahrer in Bregenz zum Opfer, in Biberach und Ehingen waren die amerikanischen Botschaften dann schon zu. So kamen wir um halb Drei am Montag morgen daheim an, der nächste Wolzen kommt mit Sicherheit, ich wünsch den Trans-Alplern genauso viel Spaß wie auf dem Wolzen und geh jetzt ins Bett. Anmerkungen der Mitgereisten hier im GB oder schriftlich an mich! Bergkameradschaftlicher Gruß, Heiko
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