Der Gardasee 2001 und der Versuch ihn der Nachwelt zu erhalten!

Verfasst von Heiko Kuhn, veröffentlicht im
Gästebuch von zentrum-mehrstetten.de am 07.06.01 um 14:57

Nachdem einige schon am Donnerstag losgefahren sind, ging es für den Großteil der Moppedfahrer am Freitag morgen um 7:00 los. Am Start: Maggu, Gero, Fischers Buaba, Jack und meine Wenigkeit. Nicht am Start: Schwebe. Um 7:30 dann die Abfahrt mit Schwebe, aber ohne Luft bei Schwebes Schleiche, die wird bei RC nachgefüllt. Mir reichlich Verspätung geht es also los Richtung Süden. Um ca. 8:30 biegen dann fast alle der Gruppe in Oberessendorf ab in Richtung Leutkirch. Nicht so aber Ulrich F. (dell-reh) und Schwebe. Ulrich F. ist hart am Gas und erst 15 Kilometer später hält er an, nachdem er festgestellt hat, daß er alleine unterwegs ist. Schwebe telefoniert ihn an und teilt mit: „fahr zurück, wir sehen dich dann schon.“ Weil Ulrich F. uns aber vielleicht/sicherlich nicht gesehen hätte, muß Schwebe in seinem Taucheranzug mitsamt Sturmmaske über die Wiese rennen, um Ulrich F. zu stoppen. Sieht verdammt witzig aus, kostet aber wertvolle Zeit. Von nun an geht alles einigermaßen gut, Ulrich F. fährt hinter Road-Captain Jack und weil dieser so flott unterwegs ist, muß Ulrich F. immer sehr stark bremsen. Ulrich F. vernichtet also an seiner DR (dell-reh) die vorderen Bremsbeläge, was aber später zur allgemeinen Belustigung beiträgt: bei der Ankunft auf (!) dem „Monte Danone“ (Zitat von besagtem Ulrich F.) gibt er von sich: „ich hab keine Bremsen gebraucht, hab alles mit dem Motor gemacht.“ Vermutlich hätte er etwas länger gebraucht, wenn er sein Mopped geschoben hätte. Am Abend mußte die gesperrte Strecke zwischen Riva und Limone umfahren werden (ohne Jack, dem ging alles etwas zu langsam) und man fuhr durch das Ledro-Tal in Richtung Idrosee. Auf dem Weg dorthin hat sich dann die Ölablassschraube (die Schraube, die das Loch durch das Öl abgelassen wird, abdichtet) der DR von Ulrich F. verabschiedet, zum Glück hat Ulrich F. schnell genug reagiert und den Motor abgestellt. Während Maggu, Gero und ich irgendwann am Campeggio angekommen sind, haben Fischi, Schwebe und Ulrich F. der restlichen Weg mit zwei Motorrädern bewältigt, leider hat es ihnen abends nix mehr zu Essen gereicht. Am Samstag sind die meisten etwas verstört gewesen, Fischi und ich haben die Moppeds bewegt und am Mittag sind alle gemeinsam mit der Fähre nach Riva gefahren, wo angeblich die Königsettape des Giro d’Italia ankommen sollte. Tat sie aber nicht, sie kam in Arco an. Einige Sportverrückte (Maggu und Fischer) sowie einige Interessierte (Gitte und ich) sind dann mit dem Taxi hingefahren und haben Jan Ullrich angefeuert und Cippolinni (keine Ahnung wie man den schreibt, das ist der italienische Sprinter, der immer am ersten Berg der Tour de France aussteigt und der sich auf seinen Lenker ein Bild von Pamela Anderson geklebt hat, der Macho halt) ausgebuht. Leider waren wir zu spät dran um noch die geilen Hüte und Accesoires der Werbekolonne zu ergattern, uns blieb lediglich eine überdimensionierte lila/rosa/pinke (hier mögen sich die Geister scheiden) Winkehand. Die Heimfahrt mit dem Taxi war wieder ein Erlebnis für sich, der Renault war etwas überfüllt und Brigitte mußte sich vor Municipale und Carabinieri verstecken. Am Samstag Abend haben wir im Tovo gegessen und dann kam der Auftritt von Lülle mit seiner Regierung. Am Freitag sei seine Guzzi immerhin bis Biberach gelaufen, dann hat sich der rechte Versager verabschiedet. Auf dem Gehweg wo er sein Gefährt reparieren wollte, wurde er von einer alten Frau angesprochen: „sie kennad fei da ed ihr altes Öl ablassa!“ Nach einem sehr leschären Essen im Tovo haben Maggu, Gitte, Fischer und ich noch „einen Jägi an der Theke“ eingenommen, so „wie man das jedes Jahr macht.“ Aus einem wurden dann soeben vier Jägis, und weil Gitte noch zum Bankomat mußte, sind wir in die Bar Touristica eingelaufen, die sich clever neben dem Geldautomaten postiert hat. In dieser wirklich guten Kneipe (Urlaubsmusik, dezent eingerichtet, SEHR gut eingeschenkte Jägis, eine freundliche Barfrau) ist es dann mit Europas größtem Kräuterlikör weitergegangen, bis zu Fischis obligatorischen Schlaf an der Theke. Nachdem der Präsi und Gitte also abgebrochen haben, hat man Maggu und mir noch einige Jägis eingeschenkt. Die freundliche Barfrau hat sich dann auch ordnungsgemäß und cirka sieben Mal von uns verabschiedet, kurz darauf wurde die Bar geschlossen. Wir hatten aber noch nicht genug und sind in die nächste Kneipe. Leider kann sich niemand von uns an ihren Namen erinnern, nur soviel sei gesagt: sie liegt genau auf der anderen Seite des Geldautomaten, und es gibt da „Livemusik.“ Zumindest hat da einer seine Gitarre dabei gehabt und nen Verstärker. Und jeder der wollte durfte da mal einige Akkorde spielen. Leider gabs in dieser Bar keine Jägis, aber der Averna hat es uns auch getan. Nachdem ich dann noch leutstark die Kulthymne Stairway to Heaven gefordert habe, mußten wir die Lokalität fluchtartig verlassen: da war so ein komischer Brechreiz...! Und weil Maggu scheinbar nicht heimlatschen wollte, haben wir in einem Citroen-Oldtimer Platz genommen und dem Italiener (der uns mit Sicherheit nicht verstanden hat) deutlich gemacht, daß er uns jetzt zum Campeggio fahren soll. War eine ziemlich leschäre Aktion, eigentlich unglaublich, aber in Italien ist eben alles anders. Zu später Stunde habe ich dann noch ein Ständchen im Nachbarzelt gesungen, der Text kann aus Jugendschutzgründen hier nicht formuliert werden. Sonntags ist nix besonderes Vorgefallen, Schwebe ist abgereist und wieder angekommen und wieder abgereist und dann nicht mehr gekommen. Irgendwann hat es dann noch gepisst, den Touri Maggu in kurzen Hosen und Sandalen hat es tierisch gefroren („ganga mr nei?“) aber Abends war es ein leschäres Wetterlein und man war im „La Rochetta“ beim Essen. Nachdem sich für die Rückfahrt auf die Alb noch mehr Gruppen und Grüpplein gebildet hatten wie für die Hinfahrt, ging es dann für Maggu, Gero und mich am Montag los. Die Fähre war überfüllt, also fuhr man wieder zum Idrosee und dann über Madonna di Campiglio und das Gampenjoch nach Meran und dann nach Naturns zur legendären Würstelbude. Nach weiteren Tankstopps und einer verdammt kalten Autobahnfahrt nach Ulm kamen wir dann um halb Zehn in Mehrstetten-Zentrum wieder an, immer noch mit dem Geschmack der Naturnser Wurst im Mund. Alles in allem kann man sagen, daß die Ausfahrt an den See gelungen ist, wenn sie für einige Mitgereisten sicherlich auch Nerven gekostet hat, aber s isch ällaweil witzig gwea! Auf ein neues im nächsten Jahr, da dann mit hoffentlich 5 Grad mehr, Gruß Kuhn!