Augenzeugenbericht eines Wasenbesuchers
Verfasst von Manuel Strohm, veröffentlicht im Gästebuch
von zentrum-mehrstetten.de am 08.10.00 um 19:30 Uhr
Wieder einmal machte sich die fanatischsten Z'ler mit einem Bus (diesmal
vom Bobby) auf den Weg nach Bad-Cannstatt zur jährlichen Volksfestorgie.
Der Bus war diesesmal zur Überraschung aller nicht ganz ausverkauft,
das vordere Drittel war auf der Hinfahrt gähnend leer, was sich beim
Heimfahren aufgrund von Alkoholmißbrauch entstandener Müdigkeit
aber änderte.
Der ganze Zentrumsmob rannte (wirklich war!) sofort in ein Bierzelt (dieses
Mal durften sie sich im Schwabenbräu-Zelt niederlassen). Es war ca.
15 Uhr. Nach der alljährlich immer wieder hektischen ersten Bierbestellung
(nochmal 12 Maß, kasch du ed zähla, du domma bix) pendelte
sich alles wieder hin zum normalen Wasenalltagein.
Es wurde auch wieder kräftig gesungen (Anton, Antonia und Hey Baby,
uuuh aaah...) und getrunken. Im Zelt war es diesmal für Mehrstetter
Verhältnisse ziemlich verhalten, alle waren anständig, Ausnahme:
Reiss, dieser beschimpfte auf der gebührenpflichtigen Toilette zwei
Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Flensburg als Fischköppe, die
Feuerlöscher erhielten daraufhin aber noch Verstärkung von 10
anderen Kameraden, worauf Reiss mehr oder weniger kampflos das Feld räumte.
Um 19 Uhr verließen Reiss, Gege, Schrade, Flaisch und Strohm das
Schwabenbräuetablissement und machten sich auf den Weg zur Wildwasserbahn.
Flaisch haben sie nach ca. 5 Sekunden verloren, eigentlich unverständlich.
Nach dem Genuß der Wildwasserbahn wurde noch etwas Thüringer-
und Oberländer-mit-Curry-Wurst eingehauft.
Da die Wildwasserfetischisten noch kein Foto von sich hatten, beschloß
man, nochmals zu fahren, 8 DM pro Person, unverschämt! Aber die Bank
hat's ja (Zitat eines berühmten Lyrikers). Kurz vor der Wildwasserbahn
wurde aber vorher noch das Spiegellabyrinth geentert, was sich für
die Hälfte der Gruppe aber als folgenschwerer Fehler herausstellen
sollte. Alle 4 gingen gleichzeitig hinein, doch schon nach ein paar Sekunden
teilte sich das Quartett aufgrund der mangelnden Reaktionsfähigkeit
von Reiss. Gege und Schrade kämpften sich von nun an zu zweit durch
das Labyrinth, sie meisterten diese Hürde auch mit Bravour, während
Strohm nun das zweifelhafte Vergnügen hatte, Reiss durch die Spiegel
zu lotsen. Strohm stellte dabei fest, daß Reiss entweder Platzangst
hat oder einfach nur etwas abging, vielleicht auch beides. Nachdem Reiss
versuchte, sich durch die Spiegel zu schlagen und dabei auch auf kleine
Kinder keine Rücksicht nahm, nahm Strohm das Heft in die Hand, scheiterte
aber auch kläglich. Nach einer dreiviertel Stunde waren das Duo das
Gespött vom Wasen, von außen wurden sie von kleinen Kindern
und Gege+Schrade ausgelacht. Sie beschlossen zu resignieren und schlichen
zum Eingang wieder raus...
Schrade und Gege kamen auf die hirnrissige Idee, Kinderkettenkarussel
zu fahren, Reiss und Strohm sträubten sich aber dagegen, sie liefen
unter Protest davon, Reiss bekam aber dann doch Skrupel und blieb irgendwo
stehen. Strohm lief wie einst Forrest Gumpf davon, machte aber bei einem
großen Menschenauflauf halt: eine Boxveranstaltung!!! Strohm hörte
sich die ganze Sache mal an, begutachtete die Boxer, die meist aus dem
Osten des vereinigten Europas kamen. Der Aufforderung des Boxpromoters,
boxen zu sollen, kam er aber nicht nach, im Gegensatz zum inzwischen wieder
aufgetauchten Reiss, er meldete sich an. Gege und Schrade waren inzwischen
beim Cocktailschlürfen (10 DM, echt günstig und auch gut!).
Diese waren nicht für den Mythos Boxsport zu begeistern.
Nach 20minütiger Warterei auf Reiss' großen Auftritt (und einer
halben Schachtel Zigartetten) war es soweit: Reiss durfte ins Boxzelt
rein, sponsorte Strohm noch die halbe Eintrittskarte, weil er nicht alleine
reinwollte. Reiss sollte als zweites kämpfen. Doch vor dem ersten
Kampf wurden alle Boxer nochmals zur Pressekonferenz rausgeordert. Reiss
glänzte dabei mit der Aussage, er habe Boxerfahrung auf dem Hamburger
Kirmes gesammelt. Nachdem Reiss den 2maligen Weltmeister im Ultimative
Fight, Ralf Heger, enttarnte (der war wirklich da!), äußerte
sich Reiss wie folgt zu Heger (nachdem der Promoter bezweifelte, daß
Ralf Heger in der Lage ist, fair zu kämpfen): "Ich habe Ralf
Heger bisher nur als fairen Sportsmann kennengelernt und bin überzeugt,
daß er fair kämpfen wird!" Das war ein Hammer! Reiss rauchte
vor seinem Kampf im Zelt nochmals eine Viertel Schachtel, mußte
sogar seine Brille abnehmen, nachdem er vom Promoter andauernd als junger
Brillenträger, der lieber eine Brille bei Fielmann kaufen sollte,
verspottet wurde, dies machte ihm aber gar nichts, im Gegenteil: der Kampf
begann, Reiss ging doch recht offensiv unter dem Jubel der rund 100 Zuschauer
zu Werk. Dabei vernachlässigte er aber leider seine Deckung und bekam
ein halbes Dutzend Hiebe mitten ins Gesicht. Aufgrund dieser Attacken
des Gegners agierte Reiss in der Folgezeit zunehmend defensiv, die ersten
Pfiffe schallten aus dem Publikum, er hatte keine Kraft mehr, forderte
sogar einen Zuschauer auf, er solle doch selber in den Ring steigen wenn
er es besser könne. Aber Reiss hielt durch, er überstand beide
Runden ohne Blessuren, die im Krankenhaus behandelt hätten werden
müssen (man beachte den Satzbau!).
Reiss und Strohm machten sich danach auch auf den Weg zum Cocktailschlürfen,
trafen dabei auch auf den neu hinzugestoßenen Schmubaiak. Dort wurde
erst einmal ein junge Frau streng gemustert und festgestellt, daß
diese auch nicht die richtige sei. Gegenüber der Cocktailbude war
ein Geisterhaus, auf dessen Balkon immer eine ominöse Figur mit Maske
aufhielt. Zur Überraschung aller bekam dieser nach kurzer Zeit Verstärkung
und zwar durch einen Typen in Scream-Maske. Die Mehrstetter reagierten
unglaublich schnell, es hagelte die ersten Sprüche wie z. B. "Willst
du heute nacht sterben?" oder "Ich schlitz dich auf". Nachdem
sie den Screammenschen zum Homosexuellen degradiert hatten ("Schwule,
Schwule...") gaben sie zu erkennen, daß sie das Geisterhaus
stürmen wollen und den Screammenschen überwältigen, teeren
und federn wollen, daraufhin verschwand dieser aber.
Letztes Highlight auf der diesjährigen Abenteuertour war ein Auftritt
von Gege: Er wollte, nachdem Marschnig dieses Jahr leider nicht mitkonnte,
gute Besserung an dieser Stelle, ihn würdig vertreten. Also machte
er sich auf den Weg zu einer Gruppe hübscher Mädels mit noch
hübscheren Ärschen und griff, ganz wie Marschnig im Jahr zuvor,
kräftig zu. Dabei übersah Gege allerdings, daß ca. 50cm
dahinter die jeweiligen Liebhaber/Sexpartner oder auch Freunde der jungen
Damen liefen. Diese reagierten aber unglaublich cool und abgebrüht,
meinten lediglich, er solle etwas mehr abstand halten. Doch was machte
Gege: Als Dank für das kulante Verhalten dieser Liebhaber schwärzte
er sie bei einem Ordner an, erzählte, er sei von ihnen bedroht worden,
woraufhin der Ordner diese Gestalten auch gleich filzte. Welch ein Spaß!
Auf der Heimfahrt machte man noch an einer Tanke hinter NT-Neckarhausen
halt, das eine Drittel schlief weiter, das zweite Drittel vergnügte
sich mit Conny Schrade's Schuh, das letzte Drittel wollte sich stärken.
Doch dieses Vorhaben konnte nur mit viel Geduld bewältigt werden,
die Bedienung war grottenlangsam, dies bekam er auch zu hören. Deshalb
überlegt Reiss, ob er sich seine Bierdose quasi gratis mitnehmen
sollte, er verwirklichte dies auch, stellt aber nach eine kurzen Weile
die Dosen ruckartig wieder ins Regal. Nachdem Schubi nachfragte ob der
Sinn dieser Aktion begründete Reiss sein Handeln mit der Aussage:
Du Seggl, da steht der Kaufhausdetektiv/Tankstellendetektiv. Als dieser
sich schließlich als unser Busfahrer entpuppte, konnte die Fahrt
fortgesetzt werden und man kam gutgelaunt, aber müde, in nach Mehrstetten-City
zurück und verabschiedete sich mehr oder weniger französisch
voneinander.
Es bleibt zu hoffen, daß sich solche Fahrten nun entgültig
etabliert haben und noch größeren Zuspruch finden, so daß
auch in Zukunft wieder solche Berichte entstehen...
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